So entsteht unser Olivenöl…

Unser Olivenhain befindet sich im griechischen Lakonien unterhalb eines kleinen Bergdorfes namens Kokkina Louria. Vom Dorf aus ist das Feld in 30 Minuten zu Fuss erreichbar. Der Hain besteht aus ca. 150 Olivenbäumen, die Ältesten darunter sind über 400 Jahre alt. Das Feld ist gegen Süden ausgerichtet und die Hangneigung beträgt bis zu 70°. Vor allem an den Stellen, wo keine Terrassen mehr vorhanden sind, sind die Pflege und die Ernte eine besondere Herausforderung.

Normalerweise werden die Oliven im Winter geerntet. Jeweils im Dezember starten wir mit der Ernte, welche je nach Jahr bis in den Februar hinein andauern kann.

In einem ersten Schritt wird das Terrain unter den Bäumen, welche reich mit Oliven behangen sind, von Brombeeren und Dornengestrüpp befreit.

Danach werden grosse Planen ausgelegt, welche sich wie Dachziegel überlappen, damit bei der Ernte keine Oliven verloren gehen.

Mit einer Motorsäge bewaffnet, steigt Manolis dann in den Baum um die höchstgelegenen Äste abzuschneiden. Als Kettenöl für die Motorsäge verwenden wir altes Olivenöl, damit es keine Schadstoff Rückstände im frischen Olivenöl gibt. Diese Äste dienen gleichzeitig zur Stabilisierung der Planen, damit diese nicht vom Wind verweht werden.

Sobald die ersten Äste am Boden liegen, beginnt eine weitere anstrengende Handarbeit. Mit der einen Hand hält man den Ast mit den Oliven fest. Mit der zweiten Hand, drischt man mit einem Stock auf den Ast ein, damit sich die Oliven lösen.

Während dieser Zeit schüttelt eine weitere Person die Oliven mit dem „Lanara“ vom Baum. Dann regnet es endlich Oliven. Das Lanara ist ein batterieangetriebenes Gerät, welches acht 25cm lange Stäbe aufweist, welche sich kreisartig bewegen und die Oliven so von den Ästen schütteln kann.

Am Ende werden die Oliven auf einen Haufen geschüttet. Kleine Zweige, zertretene Oliven und Steinchen werden in einem weiteren Schritt von Hand entfernt.

Später werden die Oliven in Jutesäcke verpackt, welche je rund 45kg wiegen. Pro 45 kg werden auch 5 kg Blätter mit eingepackt, damit die Oliven gepolstert werden. Die Blätter ermöglichen auch die Luftzirkulation in den Jutesäcken. Im Anschluss werden die Säcke in den Schatten gestellt und mit einigen Ästen zugedeckt.

Jeden zweiten Tag werden die fertigen Säcke zum Auto hochgeschleppt und eingeladen. Zu viert ernten wir etwa vier bis fünf Bäume pro Tag, was in etwa 300 bis 400 kg Oliven entspricht.

Gegen 23 Uhr bringen wir die Oliven dann in die lokale Olivenölmühle (Bio-Zertifiziert) in der Nähe von Gythio. Auch Manolis Hund begleitet uns…

In der Olivenölmühle werden die Blätter und Zweige abgesaugt, danach kommen die Oliven in ein Wasserbad, wo sie gereinigt und danach sortiert werden. Schliesslich werden die Oliven gewogen und wandern dann weiter in die Ölpresse. Das Olivenpüree wird dann auf 25°C aufgewärmt, es handelt sich also um ein Extra Vergine Olivenöl mit ausserordentlicher Qualität.

Und wenn wir Glück haben, können wir gegen 1 Uhr in der Früh mit unserem ungefiltertem frischgepressten Olivenöl nach Hause fahren. Yummy!

Nach der Erntezeit, steht im Frühjahr die Olivenbaumpflege an. Von März bis April werden die Olivenbäume geschnitten. Normalerweise werden die Äste direkt an Ort und Stelle zu Feuerholz verarbeitet oder verbrannt. Die grossen Äste werden zu Feuerholz verarbeitet (welches wir zum heizen, kochen und zum Duschen mit warmem Wasser, sowie zum Kleiderwaschen brauchen). Indem wir das Astmaterial zu Hackschnitzel, welche Mikroorganismen, Insekten und Würmer nähren, verarbeiten, verbessern wir auch die Fertilität des Bodens. Wenn starker Regen fällt im Winter, müssen wir auch Lösungen für die Bodenerosionsprobleme finden.

Im Idealfall wird das Olivenbaumfeld vor der Ernte im Dezember mit einer Motorsense vom „Urwald“ befreit, bevor wir wieder mit dem Ernten beginnen. Für die Motorsensen sowie die Kettensägen verwenden wir Aspen als Treibstoff, welcher nachhaltig und zu einem grossen Teil biologisch abbaubar ist. 

Weitere Bilder folgen…

Unsere aktuellen Projekte:

  • Pflege des gesamten Feldes, sprich die meisten Brombeeren, Dornen, Büsche und wild wachsenden Bäume entfernen. Wenn möglich werden jedoch die wild wachsenden Eichen stehen gelassen, da sie mit ihren Wurzeln das Terrain stabilisieren.
  • Wiederaufbau der Trockensteinmauern, um Terrassen zu bilden, damit die Ernte- und Pflegebedingungen erleichtert werden. Zudem dienen die Mauern als Wasserspeicher, da das Wasser besser im Boden versickert und nicht nur den Hang hinunterläuft. Die Trockensteinmauern wirken ebenfalls als Erosionsschutz.
  • Kauf eines Benzinhäckslers. Wir wollen kein Astmaterial verbrennen, da wir mit den Holzschnitzel die Bodenqualität verbessern und diesen zusätzlich von Erosion schützen können.
  • Kauf einer Solarzelle, durch welche wir die Autobatterie direkt auf dem Feld aufladen. Die Batterie wird für die Ernte gebraucht.
  • Umzäunung des Feldes, damit Manolis Esel das Feld sauber hält. Den Esel möchten wir schliesslich als Lasttier einsetzten, damit wir die Olivensäcke nicht mehr auf dem Rücken zum Auto schleppen müssen.

Interessiert uns mit einer Baumpatenschaft zu unterstützen und so einen nachhaltigen Beitrag zu unserer Umwelt leisten? Hier gibts mehr Infos.

Unser feines Olivenöl kannst du zurzeit bei Arlette im Q-Laden in Bern kaufen.

Bitte bring dazu deine eigene Flasche mit, damit du das Olivenöl abfüllen kannst. Ein nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen ist uns wichtig.

Kontakt

Manolis Christodoulakis &
Emanuel Grüger
2863 Undervelier
Schweiz


© 2020.  Alle Rechte Vorbehalten.  Fotos und Texte: Emanuel Grüger und Delia Imboden.